Daten und Fakten zu Plastikmüll

Deutschland ist Spitzenreiter im Plastikverbrauch.

Im Jahr 2016 wurden laut Umweltbundesamt insgesamt 18,16 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert.

  • 5,5 Millionen Tonnen – davon stammen aus Privathaushalten, was einem Pro-Kopf Verbrauch von 220,5 kg entspricht
Müll1

Doch WAS genau schmeißen wir denn in die Tonne?

Müll2

In Deutschland werden pro Stunde etwa 320.000 Coffee-2Go-Becher verbraucht.

-> Pro Jahr sind das fast 3 Milliarden Einwegbecher

Jährlich werden in Deutschland 2 Milliarden Plastiktüten verbraucht.

Müll3 (2)

-> Das entspricht etwa

 24 Plastiktüten pro Kopf.

Zukunftsprognosen:

Forscher schätzen, dass bis zum Jahr 2050 weitere 34 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert werden.

Es wird prognostiziert, dass im Jahr 2050 bei mindestens 95% aller Vogelarten Plastik im Magen nachweisbar ist. Was bei dieser Statistik für Vogelarten gilt, gilt auch für alle anderen Tierarten.

Vogelhaus

Was sind die Nachteile von Plastik?

1. Nicht biologisch abbaubar -> nicht nur optische Schäden für unsere Umwelt, sondern laut den Studien des Naturschutzbundes verenden jedes Jahr bis zu 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel am Plastikmüll, den wir unserer Umwelt überlassen.

2. Giftig: Wenn sich der Kunststoff zersetzt, werden höchst bedenkliche Weichmacher wie Bisphenol A (BPA) freigesetzt. Da solche Weichmacher hormonelle Veränderungen im Körper provozieren, sind sie besonders für die Entwicklung von Kindern gefährlich.

-> Welchen Nachteil das Mikroplastik in unserem Essen für unsere Gesundheit mit sich bringt, ist leider noch weitgehend unerforscht.

Fakt ist jedoch: Auf diese Weise gelangt das Plastik in die Nahrungskette – das nennt man Bioakkumulation der Gifte.

3. Plastik ist schwer zu recyceln: Thermoplasten, Duroplasten und Elastoplasten, sind die drei gängigen Formen von Plastik. Es gibt allerdings auch viele Mischformen, die nicht einfach alle miteinander verarbeitet werden können.

Kunststoff, der nicht eindeutig ist, wird energetisch verwertet – also verbrannt. Er wurde aber einmal unter hohem Energieaufwand und Risiko für die Umwelt gewonnen.

Dieser Nachteil ist jedoch nicht nur auf das grundsätzlich schwierige Recycling zurückzuführen.

Auch die richtige Mülltrennung aus den Haushalten hat ihren Anteil daran, dass die Wiederverwertung von Kunststoffen erschwert wird. Viele Menschen wissen nicht, was genau in welche Tonne kommt.

Plastikmüll: Recycling

Da stellt sich die Frage: Wohin mit dem ganzen Müll?

Die sinnvollste Alternative stellt das Kunststoff Recycling dar

-> sinnvoll wiederverwerten

Tatsächlich werden aber nur etwa 39 Prozent des deutschen Plastikmülls recycelt.

Was passiert mit dem Rest?

Der wird entweder ins Ausland exportiert oder verbrannt.

Plastik-recycling: Wichtig und wie lange dauert‘s?

Schon Anfang der 1990er standen wir vor einem riesigen Müllproblem. Darauf reagierte man in Deutschland mit der Verpackungsverordnung, die Hersteller und Händler für die Entsorgung der Verpackungen in die Verantwortung nahm.

Kurz darauf wurde der Grüne Punkt eingeführt, mit dem auf einmal alles ganz einfach schien:  Plastikmüll in die gelbe Tonne werfen, einsammeln, recyceln – das war’s. Der Grüne Punkt will uns noch heute suggerieren, dass das System ein voller Erfolg ist. So heißt es auf der Website, dass 2017 knapp 1,8 Millionen Tonnen Verpackungsmüll verwertet worden seien, was umgerechnet einem Gewicht von 9.890 Blauwalen entspräche. Das scheint zunächst einmal eine ganze Menge.

Der Grüne Punkt

Vergleicht man diesen Wert aber mit den eingangs genannten Zahlen, wird schnell deutlich, dass in der Wiederverwertung von Plastik noch einiges an Nachholbedarf besteht. Kunststoffe müssen zur Wiederverwertung sortenrein vorliegen.

Da diese sich aber ganz leicht an die spezifischen Anforderungen der Hersteller anpassen lassen, werden sie oft untereinander gemischt oder mit anderen Stoffen versetzt. Zudem landen vielfach auch andere Sorten von Müll in der gelben Tonne, das den Recyclingprozess zusätzlich erschwert.

Müllverbrennung

Ein weiteres Problem sind die Müllverbrennungsanlagen, die in Folge des Deponieverbots von 2005 zunehmend genutzt wurden/werden.

Obwohl bei der Müllverbrennung enorme Schadstoffemissionen entstehen, zählt die Müllverbrennung für die Strom- und Wärmeerzeugung zu den erneuerbaren Energien.

Feuer (2)

Deshalb werden die Verbrennungsanlagen mit staatlichen Subventionen gefördert, was es für die Verantwortlichen deutlich attraktiver macht, den Müll einfach zu verbrennen statt zu recyceln. Da viele der Müllverbrennungsanlagen veraltet und nicht dazu imstande sind, die entstehende Energie ausreichend zu nutzen, werden durchschnittlich lediglich 50 Prozent Energie gewonnen.

Dies obwohl man die Müllverbrennung mit anderen erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Sonne gleichsetzt.

Deponierung

Dabei wird der Plastikmüll einfach auf Deponien gelagert, was besonders umweltschädlich ist, da dabei hochgiftige Substanzen freigesetzt werden.  

Zielführender ist die Müllvermeidung!

Ein Problem der europäischen Umweltpolitik:

Die EU versucht gegen das weltweite Plastikproblem vorzugehen, indem sie alle Plastikverpackungen bis 2030 wiederverwertbar machen will. Umweltschützer fürchten, dass die Menschen dadurch unbeschwert weiter Plastik konsumieren werden, da ihnen so vermittelt würde, dass Plastik im Prinzip nichts Schlechtes sei.

Dabei ist das eigentliche Problem die enorme Müllmenge, die auch in Deutschland immer weiterwächst.