Plastikmüll

Nachdem entdeckt wurde, dass sich ein Abfallprodukt der chemischen Industrie für die Produktion von PVC eignete, wurden zwischen 1950 und 2015 weltweit rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert.

Als sich dann 1978 Coca-Cola entschied, auf Plastikflaschen umzusteigen, waren To-Go-Becher und anderes Einweggeschirr  nicht mehr aufzuhalten.

Da diese Dinge nur einmal benutzt werden, nahm die Verschmutzung unseres Planeten seinen Lauf. Sorgenkind Nummer eins: Die Weltmeere. Durch unsere Verschmutzung sind nun Flora und  Fauna  der Gewässer bedroht. Doch nicht nur die Meere werden vom Müll bedroht. Je nach Umgebung ist die Verschmutzung der Böden und Binnengewässer der Welt zwischen vier- und 23-mal so hoch.

Trotz dieser Zustände und der daraus hervorgehenden Bedrohung für unsere Umwelt wurden in der EU 2018 mehr als 1,13 Billionen Verpackungen für Essen und Getränke verwendet. Das wichtigste Material auch hier: Plastik.

Durchschnittlich produziert ein Mensch 0.74 kg Müll am Tag. Spitzenreiter sind die USA mit insgesamt 620 000 Tonnen Müll am Tag und China mit 520 000 Tonnen.

Aber ist Deutschland wenigstens  Vorreiter in Sachen Müllreduzierung?

Der durchschnittliche EU-Bürger verursacht im Jahr rund 24 kg Plastikmüll. 38 kg im Jahr pro Kopf sind es in Deutschland. Damit gehört Deutschland zu den größten Plastikmüll-Verursachern in Europa. Nur noch Luxemburg mit ca. 50,5 kg, Irland mit ca. 46,2 kg und Estland mit 42,5 kg liegen vor uns.

Auch im Recycling ist Deutschland noch weit von seinem Ziel entfernt. 2017 wurden nur rund 15.6 % der 5.2 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle wiederverwendet. Das sind nur rund 810 000 Tonnen.

Weltweit werden pro Minute ca. eine Million Getränkeflaschen aus Plastik verkauft und rund 36.4 Milliarden Einwegstrohhalme im Jahr.

Um diese Sintflut einzudämmen möchte die EU ab Juli 2021 Einwegplastikbesteck und –geschirr, Einwegstrohhalme und Wattestäbchen aus Plastik und Verpackungen für warme Speisen und Getränke aus Styropor in allen EU-Mitgliedstaaten verbieten.