Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Müllproblematik aus?

In den Medien vernimmt man oft die Meldungen, Corona würde sich positiv auf das Klima auswirken, da durch Homeoffice und eingeschränkte Reisemöglichkeiten global weniger Verkehr herrsche und somit auch die weltweite Schadstoffemission sinke. Zudem könne man durch die Pandemie örtlich wieder erfreuende Zustände in der Natur beobachten, so zum Beispiel die verbesserte Wasserqualität durch weniger Schifffahrt oder die Sichtung wilder Tiere an menschenleeren Orten, die normalerweise viel besucht sind.

Doch fernab solch erfreulicher Nachrichten wird oft vergessen, dass die weltweite Lage um das Corona-Virus zu einer Verschärfung der ohnehin schon sehr bedenklichen Müllproduktion führt und sich somit wiederrum negativ auf unser Ökosystem auswirkt.

So konnte man schon in der frühen Phase der Pandemie einen deutlichen Anstieg der Müllmenge verzeichnen. Dies lag in der Zeit des Lockdowns vor allem daran, dass sich die Menschen viel mehr Zuhause aufhielten und somit der Hausmüll deutlich zunahm. Dies belegen beispielsweise auch die Zahlen der städtischen Müllentsorgung FES in Frankfurt, die im März und April einen Anstieg von elf Prozent an Verpackungsabfällen verzeichneten. Ein weiteres Problem beim Privatmüll war zudem, dass dieser wegen fehlender Müllleerungen oft nicht sachgerecht getrennt oder sogar in Parks entsorgt wurde.

Während des vermehrten häuslichen Aufenthalts produzierten aber nicht nur die Menschen selbst mehr Müll, sondern auch der verstärkte Versandhandel und die zunehmenden Essenslieferungen bedingten einen Anstieg der Müllmenge, sowohl bei Einwegverpackungen als auch beim Papiermüll.

Fernab dieser oftmals vermeidbaren Produktion an Hausmüll ist natürlich auch durch die enorm erhöhte Nachfrage an Hygieneartikeln ein genereller Zuwachs an Müll zu verzeichnen. Denn bei Gummihandschuhen und Desinfektionstüchern handelt es sich logischerweise und aus Sicht der Hygiene fast ausschließlich um Einwegartikel, die teilweise mehrmals täglich nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Lediglich Gesichtsmasken werden glücklicherweise meist mehrmals verwendet und sind auch zum Waschen geeignet.

Während all diese Auswirkungen in weit entwickelten Industrieländern wie Deutschland zu beobachten sind, kommt in Entwicklungsländern noch ein komplett neuer Punkt hinzu. Zum Beispiel in Thailand ist während der Corona-Pandemie die Arbeit internationaler Umweltschützer stark eingeschränkt worden, wodurch dortige Flüsse nicht mehr wie sonst von dem in Unmengen falsch entsorgten Müll gereinigt wurden.

Allein dieser letzte Punkt zeigt noch einmal, wie weitreichend und drastisch die Folgen der Corona-Pandemie hinsichtlich der Müllproduktion sind.

Abschließend veranschaulichen alle Punkte, dass wir trotz der Corona-Krise das Müllproblem nicht aus den Augen verlieren sollten und weiterhin auf ein umweltbewusstes Verhalten achten müssen.